„Kartoffelschnitz“ oder auch „Gaisburger Marsch“

Und weil es jetzt so richtig Herbst ist…. mal einen leckeren Eintopf für die ganze Familie!

Meine Großmutter nannte es „Kartoffelschnitz“. Es ist aber in der Tat ein ganzer Eintopf. Vermutlich stammt der Ausdruck aus der Zeit, in welcher das Fleisch knapp war. Da war der Gemüseanteil garantiert höher!

Ich verwende dazu am liebsten Siedfleisch vom Angus-Rind (weil ich das hier oben auf der Alb in Bio-Qualität zu günstigen Konditionen bekomme), heute jedoch hab ich noch ein paar Beinscheiben aus der Tiefkühltruhe geholt. Dazu frisches Suppengemüse und etwas Gemüsepaste oder gekörnte Gemüsebrühe  entsprechend zur Wassermenge. Dazu gibt es noch handgeschabte Spätzle.

So geht’s:

Das Suppengemüse putzen und in Stücke schneiden und in den Schnellkochtopf geben. Bei mir  besteht es aus: Karotten, Petersilienwurzel, Sellerieknolle, Lauch, einige Stengel Petersilie etwas getrockneter Liebstöckel aus dem Garten (Maggiekraut) und zusätzlich eine Zehe Knoblauch der länge nach halbiert.

Das Siedfleisch abwaschen, trockentupfen und ringsum etwas salzen. Dann ab zum Gemüse. Das ganze mit Wasser auffüllen bis alles gut bedeckt ist. Schnellkochtopf schließen und auf Stufe 2 (höchste Stufe bei meinem) Stufe 45min kochen.

Nachdem der Decke geöffnet hat das Siedfleisch herausnehmen und in Stückchen schneiden. Grad so wie ihr es mögt. Das Suppengemüse durch ein Sieb abgießen. Die Brühe natürlich zurück in den Topf geben.

Nun schäle ich ein paar Kartoffeln und mache mundgerechte Würfel daraus. Die koche ich nun in der Brühe, die ich zuvor schon abgeschmeckt habe. Und zwar mit Pfeffer und ggfs etwas Salz. Wer kein Liebstöckel zur Hand hatte kann jetzt alternativ auch das fertige flüssige Zeug nehmen („Maggie“).

Während die Kartoffeln nun kochen schneide ich die Karotten noch etwas kleiner. Die gebe ich mit dem Fleisch und einigen Stücken Sellerie und dem Fleisch nach der Kochzeit wieder in die Brühe. Also bereite ich nun noch den Spätzlesteig zu.

Ein genaues Rezept habe ich hier nicht. Ich nehme für Eintopf-Spätzle, also eine kleiner Menge, 4 Eier, etwas Salz und soviel Mehl wie es braucht um einen schönen glatten Teig zu bekommen. Dazu die Teigrührer vom Handrührgerät verwenden. Man kann auch etwas Mineralwasser dazu geben, das macht den Teig etwas lockerer. Dieser sollte am Ende streichbar sein aber nicht mehr so flüssig, dass er „läuft“. Zum Schaben ideal.

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Geschabt wird über kochendem, leicht gesalzenen Wasser. Das Spätzlesbrett leicht anfeuchten. Teig darauf geben, flach streichen. Den Teigschaber schräg (ca. 30° Winkel vom Brett aus) ansetzen und in kurzen Bewegungen immer einen kleinen Teil des Teiges ins Wasser schaben. Dabei den Schaber mit eintauchen. Unterschiedliche Größen sind ein Markenzeichen von wirklich handgeschabten Spätzle! Die Spätzle sind super schnell wieder an der Oberfläche und damit auch schon fertig. Mit dem Schaumlöffel herausheben und zum Abtropfen in ein Sieb geben, Deckel auflegen damit sie nicht ganz so schnell auskühlen. Sobald das Wasser wieder (oder immer noch) wallend kocht, nächste Portion schaben….

Jetzt sind auch die Kartoffeln bissfest. Fleisch und Gemüse dazu, kurz aufwärmen solange man den Tisch deckt und die Meute zusammentrommelt. Dann die Spätzle dazu reichen.

Guten Appetit miteinander!

TIP
Hasst ihr es auch den klebrigen Nudelteig danach aus der Schüssel zu schrubben? Eigentlich geht das ganz einfach und schnell. Ihr dürft nur NIEMALS warmes Wasser verwenden – das klebt höllisch! Kalt spülen bis alles sauber ist. Geht ganz schnell!