Schwäbisches Bauernbrot

UNSER Brot. Nach alter Tradition hergestellt, sehr wandlungsfähig und der Klassiker unter den hellen Bauernbroten. Wir holen unser Brotbackmehl in Honau in der Mühle. Da bekommen wir es bereits fertig gemischt. So wie wir es am liebsten mögen:

Für alle die es aufgrund der Entfernung nicht so einfach kaufen können hier meine persönliche Misch-Empfehlung: 15% Roggenmehl Typ 1150, 40% Weizenmehl Typ 1050 und 45% Dinkelmehl Typ 1050/812

Dieses Brot gelingt recht leicht, da es ohne Sauerteigansatz auskommt. Ich nehme mir fürs Brotbacken die nötige Zeit. Das beginnt mit dem Vorteig. Diesen lasse ich mindestens 8h – oder über Nacht – ruhen. Dann kommt der eigentliche Teig. Der dann auch 3h Teiggare bekommt. Und letztendlich noch eine kleine Verschnaufpause im Gärkorb von 45min bevor es endlich gebacken werden kann. Hört sich anstrengend an? Eine Frage der Organisation. Wenn ihr eine kleinere Küchemaschine besitzt die Menge bitte halbieren!!!!

Zutaten für 3 Laib mit ca. 1,25 kg Endgewicht:

2kg Brotbackmehlmischung (s.o.) oder Weizenmehl 1050/Dinkelmehl 812
1 Würfel Frischhefe
500ml Wasser und 1l Buttermilch ODER
500ml Wasser und 500ml Bier und 500ml Wasser ODER
500ml Wasser und 1l Wasser
43g Salz

Am Abend vorher:
1kg Brotmehlmischung/Brotmehl in eine Schüssel geben und eine große Mulde hineindrücken. Da hinein die Hefe bröckeln und mit 500ml zimmerwarmem Wasser verrühren. Etwas Mehl vom Rand darüberstäuben. Abdecken (Deckel oder Folie). Fertig!

Am nächsten Morgen – oder ca. 4h vor dem Backen:
Salz und restliche Flüssigkeit hinzugeben und den Brotteig kneten. Mit der Häussler ca. 8 Minuten, ansonsten mindestens 12Minuten. Der Teig soll sich vom Rand der Schüssel lösen und eine Einheit bilden.  Den Teig mit nassen Händen (kaltes Wasser!!!) in einen Gärbehälter geben der mindestens 2,5fach so groß ist wie die  Teigmenge. Ich verwende 10l-Eimer aus dem Baumarkt (neu gekauft natürlich und mit Deckel) die ich nur fürs Brotbacken verwende.  Fertig! Zeit für ein Stück Alltag….

Solange der Brotbackofen vorheizt (normaler Backofen: 250°/Ober-Unterhitze, möglichst das Backblech schon mit hineingeben damit es mit aufheizt) den Teig mit nassen (wieder kalt sonst klebt es fürchterlich) Händen Formen und in die gut bemehlten Gärkörbe* legen, ringsum gut mit Mehl bestäuben und den Teigschluss nach oben legen. Die gefüllten Gärkörbe abdecken (Gärfolie oder Geschirrtuch).

Nach 45min die Brote einschießen (d.h. mit dem Brotschieber oder auf das Backblech gestürzt und dann ca. 1,5cm tief eingeschnitten ) und dampfen. Da das „Dampfen“ zu Hause schlecht geht nehme ich für diesen Fall eine Wassersprühflasche (die ich wieder nur fürs Backen reserviert habe) und Sprühe ordentlich in die Backkammer. Nach 10min den Backofen auf 200° zurückdrehen. Die ca. 1kg schweren Brote benötigen ungefähr 45min Backzeit. Danach könnt ihr je nach Bräunungswunsch verlängern. Macht den Klopftest. Klingt es hohl? Dann ist es gar.

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Warmes Brot schmeckt genial – kann aber bei empfindlichen Mägen zu Bauchschmerzen führen. Zudem wird, wenn es zu früh angeschnitten wird, die Anschnittstelle leicht klebrig werden und etwas krusten. Nicht tragisch. Man sollte es nur wissen. Soll das Brot eingefroren werden am besten wenn es leicht lauwarm ist in einen Gefrierbeutel geben, verschließen und auskühlen lassen. Dann
einfrieren. Lässt man es später auftauen (im geschlossenen Gefrierbeutel) schmeckt es 1A!

TIP: Habt ihr noch ein paar Pell-Kartoffeln vom Vortag? Auf 1kg Mehl
100-200g zerstampfte Kartoffeln geben – Mehlmenge um selbes Gewicht reduzieren. Evtl ist etwas weniger Wasser für den Teig erforderlich. 

*Gärkörbe erhält man aus verschiedenen Materialien und in allen Größen und Formen im Internet oder in den Mühlen. Zum Probieren kann man auch normale Schüsseln verwenden die man mit einem Geschirrtuch auslegt und dieses bemehlt. Nicht ganz optimal, da der Teig hier gerne mehr schwitzt aber wie gesagt. Für Gelgenheitsbäcker absolut tauglich!